Mittwoch, 14. Juni 2017

MINIMALISMUS IM BADEZIMMER | EIN VERSUCH


Der Minimalismustrend ist schon seit einiger Zeit sehr präsent und er scheint es noch mehr zu werden. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Konzept? Den Begriff Minimalismus wirst du sicherlich kennen, vielleicht in Verbindung mit Architektur, Kunst oder Musik, es gibt Minimalismus aber auch als Lebenseinstellung. Bei allen Punkten geht es um Verzicht, um die Beschränkung auf das Wesentliche. In der Architektur oder der Kunst aus ästhetischen Gründen, bei der Lebenseinstellung geht es eher um eine Abgrenzung zur konsumorientierten Überflussgesellschaft. Das Ziel ist es bewusster zu leben, sich mit den Dingen, die man besitzt wirklich auseinander setzten und sich einen Überblick über sein Leben und seinen Besitz zu bekommen. 

Minimalismus ist eigentlich in allen Lebensbereichen anwendbar und sinnvoll. Wenn ich von etwas zu viel besitze, dann kann ich mich gar nicht mit allem beschäftigen, die Hälfte davon bleibt liegen. Oder wenn ich zu viele Projekte am Laufen habe, kann ich mich nicht für alle aufopfern, sondern muss Abstriche machen und das führt dazu, dass ich sie nur halbherzig umsetzen kann. Hier gilt dann, weniger ist mehr. Es geht nicht darum, in einem weißen und sterilen Raum zu leben und nichts mehr zu besitzen, sondern eher darum, die Dinge aus dem Leben zu streichen, die dich belasten, nerven und dir unnötigen Stress bringen. Ein sehr gutes Beispiel ist hier das Badezimmer, wer gern in der Drogerie shoppt und immer die neusten Produkte haben möchte, aber nie etwas ausmistet, wird hier bald gänzlich den Überblick verlieren. Deswegen starten wir mit unserem Minimalismus Projekt im Badezimmer. 

Du hasst es das Badezimmer zu putzen?
Gut, putzen macht nie wirklich Spaß, muss aber regelmäßig gemacht werden. Doch, wenn du mit richtigen Motivationsproblemen zu kämpfen hast, wenn es Zeit ist dein Bad zu säubern, dann kann das vielleicht daran liegen, dass es einfach zu voll gestopft ist. Badezimmer haben oft Abmauerungen integriert, die viel Stauplatz bieten oder sie verfügen über große Waschtische oder Nischen in den Wänden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier alles mit Pflegeprodukten, Kosmetik oder Deko vollgestellt ist. Jedes einzelne Teil muss abgeräumt werden, damit du an die Flächen kommst, um diese sauber zu machen. Danach darfst du die Sachen alle wieder hinstellen. Das ist nicht nur nervig, sondern nimmt auch eine Menge Zeit in Anspruch. Nicht zu vergessen, dass alle Dinge, die rumstehen ja auch einstauben.

[In meinem Badezimmer steht auf der Ablage als Dekoration nur noch eine Orchidee, diese sieht toll aus und ist schnell mal zur Seite geräumt.]  
Minimalismus im Badezimmer
Minimalismus im Badezimmer




Hier habe ich eine ganz einfache Lösung, reduziere drastisch alle Artikel, die auf solchen Abstellflächen Platz gefunden haben. Dein Badezimmer sieht nicht nur viel aufgeräumter aus, es lässt sich dort auch viel einfacher putzen. Du kannst ganz entspannt über die Flächen gehen und musst vielleicht nur 2-3 Dinge anheben, um die Flächen zu säubern. Mir hat das sehr geholfen, nachdem ich ordentlich ausgemistet habe. Zahlreiche Bodylotions, die bereits gekippt sind, Badezusätze, die nicht mehr gut waren und irgendwelcher alter Dekokram durften ausziehen und es fühlt sich sehr gut an. Ich komme an alle Flächen schnell ran und es sieht gleich viel ordentlicher aus. Meinen Waschtisch lasse ich bis auf Handseife und Zahnputzutensilien komplett frei, so kann ich das Waschbecken zwischendurch einfach mal schnell abwischen ...

[Das einzige was noch auf den Ablagen der Badewanne stehen darf, ist dieses Automatikspray, sonst bleibt alles frei ...]        
Minimalismus im Badezimmer




Du verlierst die Übersicht über deine Pflegeprodukte?
Warum benötige ich 3 verschiedene Gesichtswasser? Wieso über 10 Duschbäder? 4 Bodylotions? Ich bin ehrlich, beim Ausmisten sind mir Dinge unter gekommen, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Alles was abgelaufen ist, wanderte in den Müll, der Rest kam in die Abstellkammer, weil mir das dann doch zu schade war, diese wegzuschmeißen. Aber ich habe mir ein Verbot ausgesprochen, keine Dinge mehr zu kaufen, bevor ich mir nicht sicher bin, dass ich noch eines von ihnen besitze. Mir doch egal, ob es dann eine neue Körpermilch gibt, die nach Meloneneis duftet, ich habe noch gefühlt 20 im Schrank. Ins Badezimmer darf nur noch von jeder Sorte ein Produkt. Also ein Deo, ein Gesichtswasser, eine Körpermilch und so weiter. So weiß ich, was ich habe und benutze die Dinge auch. Mir geht es so, dass mich zu viele Sachen einfach überfordern und ich dann doch immer die gleichen Artikel verwende, weil ich irgendwann den Überblick verliere. Viele vergessen auch, dass Kosmetik ein Mindesthaltbarkeitsdatum hat, welches sicherlich, wie bei den Lebensmitteln nicht zu genau genommen werden muss. Doch irgendwann macht es durchaus Sinn, sich und seine Haut mit abgelaufenen Produkten zu verschonen. Also raus damit, erfahrungsgemäß fällt hier das Aussortieren nicht schwer …

[Sehr zum empfehlen sind solche Aufbewahrungsboxen. Da kann man allen möglichen Kleinkram verstauen, der sonst rumliegen würde.] 
Minimalsimus im Badezimmer

Die anderen haben alle so viele Sachen?
Es gibt immer jemanden, der mehr besitzt als du, also hast du gar nicht so viel? Ja, so kann man es auch sehen, das grenzt aber an Selbstbetrug. Ich kenne auch Frauen, die besitzen das Dreifache von dem was ich habe. Aber das ist nicht der Punkt. Es geht ja darum, was du wirklich brauchst und mit wie vielen Dingen du dich wohl fühlst. Gibt es Sachen in deinem Badezimmer, die du nur von a nach b räumst, aber nicht benutzt? Dann weg damit. Nur weil andere dieses Produkt brauchen, muss es für dich persönlich nicht von Nöten sein. Im besten Fall kannst du es einfach verschenken.

[Alles was ich an Kleinkram nicht in die Boxen bekomme, benötige ich auch nicht.] 
Minimalismus im Badezimmer

Minimalisimus im Badezimmer

Zusammengefasst: Minimalismus ist eine persönliche Sache, es gibt da keine Richtlinien und Regeln, keine Zahl, wieviel Artikel minimalistische Menschen in ihren Badezimmer haben dürfen. Das ist individuell und richtet sich nach den eigenen Bedürfnissen und Wohlbefinden. Es ist völlig okay, wenn du im Rahmen einer solchen Challenge darauf verzichtest ständig neue Backups zu kaufen, das ist nicht weniger Wert, als wenn du nur noch 5 Produkte im Badezimmerschrank stehen hast. Die Überwindung keine Backups mehr zu kaufen, kann für dich sehr hoch sein, für deine Freundin ist das vielleicht gar kein Thema mehr …

Fazit
Ich fühle mich sehr wohl in meinem neuen Badezimmer. Das Ausmisten hat gerade mal ein Tag gedauert und seit nun mehr als 2 Wochen sieht es dauerhaft ordentlich und aufgeräumt aus, einfach weil nicht mehr rumsteht. Für die Badezimmerreinigung benötige ich bei einem Großputz 10 Minuten weniger. Die Flächen sind frei, es gibt weniger abzustauben und ich kann zwischendurch schnell mal über alle drüber wischen und spare dann beim eigentlichen Sauber machen Zeit. Für mich ist das eine tolle Sache und ich kann mir gut vorstellen dieses Konzept noch auf andere Zimmer zu übertragen.     

Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Minimalismus auseinander gesetzt? Wenn ja, in welchem Lebensbereich bzw. Lebensbereichen? Wir freuen uns über Feedback.

Eure Karo